Traurigkeit


Ich muss euch diese Geschichte mal bloggen,
bekam sie als Mail.
Ich hoffe sie wurde noch nicht von jemanden von euch gebloggt… mir dunkelt da ein wenig 😉

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit
Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege saß, schien fast körperlos. Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: „Wer bist du?“
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. „Ich? Ich bin die Traurigkeit“, flüsterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zu hören war.
„Ach, die Traurigkeit!“ rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte grüßen.
„Du kennst mich?“ fragte die Traurigkeit misstrauisch.
„Natürlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stück des Weges begleitet.“
„Ja, aber…“, argwöhnte die Traurigkeit, „warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?“
„Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, daß du jeden Flüchtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?“
„Ich… bin traurig“, antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.
Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. „Traurig bist du also“, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. „Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.“
Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.
„Ach, weißt du“, begann sie zögernd und äußerst verwundert, „es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.“
Die Traurigkeit schluckte schwer. „Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muß sich nur zusammenreißen. Und spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.“
„Oh ja“, bestätigte die alte Frau, „solche Menschen sind mir schon oft begegnet.“
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. „Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen.Wenn ich ganz nah bei ihnen bin,können sie sich selbst begegnen.Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen.Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut.Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde,und das tut sehr weh.Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint,kann seine Wunden wirklich heilen.Doch die Menschen wollen gar nicht,dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben.Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.“
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach,dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.
Die kleine,alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme.Wie weich und sanft sie sich anfühlte,dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. „Weine nur, Traurigkeit“, flüsterte sie liebevoll,“ruh dich aus,damit du wieder Kraft sammeln kannst.Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern.Ich werde dich begleiten,damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt.“
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen.Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin:“Aber … aber – wer bist eigentlich du?“
„Ich?“sagte die kleine,alte Frau schmunzelnd,und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.“Ich bin die Hoffnung“
(Unbekannt)

Advertisements

10 Kommentare zu “Traurigkeit

  1. Liebe kkk, ich hoffe, dir gehte es inzwischen wieder besser :). Die geschichte kenne ich auch, weiss allerdings nicht, wo ich sie gelesen habe. Man sollte die Hoffnung nie aufgeben!!! Herzliche Grüsse Kalle

    Gefällt mir

    • Lieber Kalle, danke ♥ ja es wird besser.
      Eine Erkältung ist für mich (COPD) immer übel. Bis vorletztes JAhr wurde da immer eine Bronchitis raus und ich war dann insgesamt ein viertel Jahr krank. Schrecklich…
      Vor zwei Jahren haben wir ein anderes Antibiotika ausprobiert, das auch Bakterien killt die herkömmliche Antibiotika nicht erwischen und seitdem ist es besser geworden. Ich habe natürlich bei jeder Erkältung Schiss das sich daraus wieder dieser fiese Husten entwickelt und es zur Bronchitis kommt. Das bedeutet dann tägliche Infusion mit Kortison und Theophyllin und schon motzt mein Diabetes, denn Diabetiker dürfen kein Kortison ;-), nur im Notfall und das ist dann ja einer.
      Aber es sieht gut aus und ich nehme fleissig mein Ombrez Spray, das hilft unglaublich bei mir.

      Pass gut auf dich auf!

      Gefällt mir

  2. Schön, dass ich diese Geschichte wieder einmal lesen durfte. Ich kenne sie schon, weiß nur nicht wo ich sie gelesen habe.
    Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen. Manche lachen nur um nicht zu weinen. Deshalb sage deinen Lieben so oft du kannst, dass du sie lieb hast. Daran werden sie sich später immer erinnern.
    Liebe Grüße, dich mag ich auch Piri ❤

    Gefällt mir

    • Du bist ein Schatz und dieses Mögen beruht auf Gegenseitigkeit ❤

      Ich Stillen hatte ich gedacht du hast diese Geschichte schon mal gebloggt, doch durch meine Erkrankung hatte ich weder Zeit noch Musse bei dir zu suchen…

      Hier sieht es so aus, dass es mir langsam besser geht und ich hoffe das kein weiterer Husten dazu kommt. Dafür habe ich natürlich meinen Mann angesteckt…
      Menno, wir achten so darauf wenn ich verschnottert bin, das ich möglichst viel meine Hände wasche und desinfiziere, doch irgendwie reicht das nicht.
      Wir teilen halt alles, sogar Krankheiten *gg*
      Ich muss fix so weit gesund werden, dass ich zumindest am Freitag ein ganz klein wenig auf einen Flohmarkt gehen kann. Hier findet ein ganz privater Flohmarkt statt. Die Dorfbewohner räumen Keller, Dachboden und Garage und verscheuern was nicht Niet- und Nagelfest ist 😉 *lol*
      Also Schnäppchenmarkt Alarm 😉
      Da muss ich hin!!!

      Sei ganz lieb gegrüsst und eine angenehme Nacht bzw. Donnerstag ❤

      Gefällt mir

      • Ich drücke dir die Daumen, dass du den Flohmarkt aufsuchen kannst. Da musst du unbedingt hin! 😉 Ich gehe inzwischen auch mal über den Flohmarkt, obgleich ich dem früher nichts abgewinnen konnte. Aber meine Freundin geht so gerne über den Flohmarkt und da bin ich halt ab und an mal mitgegangen. Bei uns kommen oft die Frauen aus Polen und verhöckern preiswerte Handarbeiten. Das interessiert mich auch. Oder wenn Leute neue Sachen ( aus Insolvenzverfahren) preiswert anbieten. Da schaue ich dann auch mal genauer hin.
        Die Geschichte kann auch in unserem ehemaligen Blog zu lesen gewesen sein. Ich weiß leider nicht mehr woher ich sie kenne. Egal, sie ist einfach schön traurig! 😦
        ❤ -liche Grüße Piri
        p.s. Wir hahen hier heute einen freundlichen Spätsommertag. Habe gleich einen Friseurtermin. Muss mich sputen.

        Gefällt mir

      • Man überschätzt ja gerne seine Kräfte und meinem Mann geht es nicht besonders. Aber vll. fährt er mich hin, denn Parkplätze sind nur wenige vorhanden und die sind von den Verkäufern belegt… Ich probiere es einfach und rufe sonst GöGa an, er soll mich wieder abholen. So weit ist das nicht entfernt, nur eben zum Laufen für mich zu weit…4 km sind das bestimmt. Ich suche nur Sache von meiner Wunschliste und so kann es passieren das ich gar nichts kaufe, was aber unwahrscheinlich ist. Irgendwas gefällt ja immer 😉
        Gestern erzählte meine Schwägerin, sie war in Nähe der Holländischen Grenze in einem Billigladen, das die NLer Wagenweise Artikel da kaufen und das bei ebay verkaufen… Leider gibt es diesen Laden bei uns nicht und so kauft sie dann schon mal Sachen für mich mit ein…
        Ah du lässt dich noch hübscher machen, das tut immer gut. Viel Spass!

        Wir haben auch Sonne, herrlich. Wäre für morgen das passende Wetter.
        Jetzt will ich mal gucken, ich brauche ein neues Bett.
        Ich habe seit Jahren ein Bett von IKEA, Stahlrohr weiss.
        Aber seit dem letzten Umzug sind die Schrauben nicht mehr ok und bei jedem Umdrehen quietscht es.
        Mein Mann hat dann hier zusätzliche Schrauben angebracht aber es ist wohl nicht mehr zu retten.
        Irgendwann ist auch mal gut. Es beherbergt immerhin zwei dicke Matratzen (wegen der Höhe) und meine Wenigkeit.
        So habe ich schon seit zig Jahre aus einem einfachem Bett ein Boxspringbett gemacht. Würde ich ja gerne wieder haben.
        Mal gucken, billig sind die ja nicht und in 120cm Breite schon gar nicht.

        Ja es gibt keine Problem, nur verschiedene Lösungen 😉

        Sei lieb gegrüsst ❤

        Gefällt mir

  3. Liebe *kkk*, das ist eine wunderbare, zu Herzen gehende Gerschichte!
    Ich muss sie jetzt gleich noch einmal lesen!
    Wer diese Geschichte wohl geschrieben hat?
    Wir werden es nicht erfahren, denke ich!

    Ja, es tut geht, dass einem die Hoffnung in die Arme nimmt, wenn man traurig ist! ❤

    Liebe Grüße * Renate *

    Gefällt mir

    • Ganz genau liebe Renate, so ist das! ♥
      Man sollte sich nicht seinem Elend hingeben, sondern unter fröhliche Menschen gehen.

      Die Hoffnung stirbt immer zuletzt 😉

      Liebe Grüsse ❤

      Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.