Das war`s… 52 Jahre sind vorbei :-(


Trauerstimmung im Revier.
Heute früh lief der letzte Opel in Bochum vom Band.
Komplettiert wurde er in der Nachtschicht neben einigen anderen Zafiras,
so dass er gegen 0:30 Uhr präsentieren konnte.
Die Frühschicht war sehr traurig und die Mittagsschicht konnte nur noch Aufräumarbeiten erledigen…

152 Jahre ist Opel alt,
52 Jahre davon wurde in Bochum produziert, fast 14 Millionen Wagen insgesamt.

1962: „Ein neues Auto aus einem neuen Werk„, so warb Opel im Herbst 1962 für den Kadett A aus Bochum. Mehr als eine Milliarde Mark hatte die Anlage gekostet.
22.000 Arbeiter zu Spitzenzeiten…

Die Werke in Bochum schliessen.
Von den ehemals 22000 Mitarbeitern in Glanzzeiten waren zuletzt noch ca. 3300 Opelaner im Werk beschäftigt.

So voll wie heute wird der Parkplatz vor dem Opelgelände wohl nie wieder sein.
Opel hatte diesen Tag immer wieder vor sich her geschoben, kein genaues Datum genannt. Ein Tot auf Raten…

Montag kommen die Opelaner noch mal zur Betriebsversammlung, was danach kommt ist ungewiss.
Sollte ursprünglich am 15. Dezember 2014 der letzte Opel vom Band laufen,
war es nun heute schon so weit.
Die letzten 3300 Mitarbeiter haben jetzt in Bochum auch keinen Job mehr!

Ein trauriger Tag für Bochum!

Betriebsratschef Rainer Einenkel hat jedoch noch alle Hände voll zu tun.
Das Telefon klingelt ohne Ende, will doch jedermann wissen wie es weiter geht.

Doch es ging schon vor 20 Jahren mit Opel Bergab.
Waren in den 70er Jahren ein Marktanteil von 20% mit Typen wie dem Kadett oder dem legendären Manta an der Tagesordnung, waren es zuletzt mit dem Zafira nur noch 6-7 Prozent.

China lässt grüssen 😉
Auch wir haben unseren Opel gegen eine andere Marke vor Jahren getauscht.
Ich habe meinen Astra noch bis zum Sommer behalten, doch dann musste auch er gehen.

In Deutschland gibt/gab es vier Opelwerke.
Zu viel für so magere Umsätze. Es war klar das mindestens ein Werk schliessen musste
und da ein Werk – Kaiserslautern – zu klein war,
und Rüsselsheim als Stammhaus nicht zur Debatte stand,
blieb die Wahl zwischen Bochum und Eisenach.
Bochum hat es dann getroffen…
2010 wurde bereits die Opel-Produktion in Antwerpen geschlossen.

Am nächsten Freitag, den 12. Dezember 2014, geben die rund 3400 Opelaner dann ihren Hausausweis ab. Schicht im Schacht.
Rund 2700 Menschen landen mit mässigen Aussichten in einer Transfergesellschaft.
Diese soll die Opelaner für maximal zwei Jahre auf neue Jobs vorbereiten.
Einige gehen dann in (Früh)Rente.
Ca. 700 Arbeitsplätze sollen im zentralen Ersatzteillager von Opel erhalten bleiben. Diese laufen dann jedoch nicht mehr unter dem Logo Opel,
sondern wird vom Opel-Partnerunternehmen Neovia betrieben.

Bochum hat schwer an der Schliessung zu kauen …
Nachdem Nokia 2008 sein Werk schon schloss,
damals standen 2300 Mitarbeiter auf der Strasse,
nun das AUS für Opel.
Doch Nokia war und ist nicht Opel.
Opel ist der Pott, das Revier. Vergleichbar mit dem Bergbau, steht das Werk doch auf ehemaligem Zechengelände.

Damals warf ich mein Handy symbolisch in die Tonne…
und kaufte mir ein Siemens Handy.
Fuhr früher im Pott alles Opel, kann davon schon lange nicht mehr die Rede sein.
Die Produktionskosten stiegen rasant in die Höhe und mit ihnen die Verkaufspreise. Im gleichen Zuge fielen die Verkaufszahlen…

Falsche Politik von GM, der Mutter Opels in USA.
Die Arbeiter in den Werken müssen es jetzt ausbaden.

Das finale Fahrzeug wird übrigens nicht in der Werks eigenen Sammlung ausgestellt, sondern ganz normal verkauft. Die beiden Opel, die Jahrelang im Eingangsbereich standen, wurden schon gestern abtransportiert.

Heute schreiben wir das Ende für Opel in Bochum.
Traurig, aber wahr.

Zukunft?
DHL baut auf dem Gelände ein grosses Verteilerzentrum,
doch das dauert. Wohl keine Perspektive für die Männer von Opel…
Unzählige Familien leiden.
Und nicht nur die Opelaner, auch die Zulieferfirmen …

2014-12-05-Trauer Opel--letzter Gruss©kkk

2014-12-05-Trauer Opel–letzter Gruss©kkk

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12 Kommentare zu “Das war`s… 52 Jahre sind vorbei :-(

  1. War das gar nicht in den Medien oder habe ich das einfach nicht mitbekommen. Als sich das Ende schon vor Jahren anbahnte, wurde in den Medien ja sehr viel darüber berichtet. Aber nun war es soweit und ich habe irgendwie nix davon gehört *hmmm*

    Hoffe, dass die nun Arbeitslosen aus dem Opelwerk bald eine neue Stelle haben werden.

    LG Frauke

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  2. Es ist immer schlimm, wenn ein Werk zumacht. Aber die Leidtragenden sind immer die Beschäftigten, die dann ihre Arbeit verlieren. Das ist wahrlich kein schönes Weihnachtsgeschenk. Aber da machen sich die Arbeitgeber und die Vorstandsmitglieder keine Gedanken, letztere stehen wie immer auf der sicheren Seite und haben längst einen neuen Job in einer anderen Werkfiliale in Aussicht.
    Wie ungerecht das Leben doch oft ist.
    Liebe Grüße Piri

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    • Ja ganz schrecklich!
      Damals bei Baubeginn wurde mit der Stadt eine Absprache getroffen. Weniger Steuern versteht sich 😉
      Nun wollte die OB das wohl irgendwie ändern… ich weiss nicht genau. jedenfalls sind die Fronten sehr verhärtet und ich denke, das das auch ein Grund war, warum Bochum geschlossen wird statt Eisennach.
      Die Stadt verfällt, die Strassen sind marode
      – als ich 1990 das erste mal in Thüringen war, war ich erschrocken ob der schlechten Strassen –
      Heute sind sie hier wesentlich kaputter. Sollte der Winter streng werden, kann das Ruhrgebiet was erleben. Statt Strassen zu verbessern werden hier 30 km Schilder aufgestellt. Auch auf der Bundesstrasse. Kannst du dir das vorstellen?
      Schulen sind marode und Schwimmbäder und Büchereien werden geschlossen. Aber die OB lässt sich ihren Traumpalast, eine Musikschule, ehemals Philharmonie genannt, bauen. Im Volksmund heisst das über teure Projekt „Fidelbude“ *lol*

      Die Opelaner sind der OB sicher nicht besonders gut gesinnt und ich mag ihre Politik auch nicht besonders.
      Für das Volk ist keiner mehr sobald der Sessel anfängt teurer zu werden als der Schreibtisch. 😉 und die vielen Nebenpöstchen sind auch für die Bürger nicht besonders nützlich.

      So macht man hier eine Stadt kaputt.

      Der Durchschnitt der Arbeiter bei Opel soll um die 40-45 Jahre liegen.
      Zu jung für den Ruhestand und manche zu alt für einen Neuanfang.

      Ich grüsse dich ganz lieb ♥

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      • Man darf gar nicht darüber nachdenken, was alles so passiert. Und die Politiker sagen nichts dazu. Meistens weil sie kein Fachwissen haben und auf Posten sitzen von denen sie keine Ahnung (inkompetent sind) haben und nur nach Macht und Posten trachten. Und so kümmert sich keiner um die wirklich wichtigen Probleme der Menschen und ihrer Länder. Auch bei uns sind die Straßen kaputt und werden sogar als Flickenstraßen bezeichnet, da immer nur hier und da ein Loch gestopft wird, aber keine richtige Sanierung erfolgt. Aber große Spendenaktionen durchführen und die eigenen Sorgen und Probleme vergessen. Bei uns verlegt die Reederei Scandlines ihren Hauptsitz nach Hamburg, das bringt für viele Beschäftigte enorme Veränderungen mit sich. Ist auch so eine Sache, die vertraglich ganz anders geregelt war.
        Was soll man dagegen machen. Uns fragt ja keiner! 😉
        Liebe Grüße Piri ♥

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      • Weisst du liebe Piri, mein Mann liest mir im Laufe des Tages immer wieder Nachrichten vor, die du sonst nirgendwo bekommst und da merkt man erst, wie wir im wahrsten Worte beschissen und belogen werden.Ich mag die Nachrichten im TV gar nicht mehr gucken, weil alles zensiert und gefälscht an uns weiter gegeben wird, damit wir weiter für dumm verkauft werden können. Man sollte die Nachrichten wirklich boykotieren, denn sie werden dermassen geschönt, das einem die Haare zu Berge stehen. Geld wird für alles mögliche hinausgeworfen, nur eben nicht für unser Land und unser Volk. Wenn du magst, guck mal hier:http://www.pi-news.net Da erfährt man Wahrheiten…da kann einem Angst und Bange werden… Aber angela macht das ja besser als erwartet *schnaub*
        Ich kann mir vorstellen, dass die Verlagerung des Stammsitzes eines Betriebes für die Stadt und vor allem für die Mitarbeiter grosse Veränderungen mit sich bringen. Aber das stört die Manager ja nicht. Die kriegen scheinbar mit jeder Millionen mehr eine höhere Potenz, denn anders ist das kaum noch zu erklären, ausser eben mit Macht ;-).

        Unsere Strassen im Wohngebiet sind gepflastert. Kaum vorstellbar, ist aber so und halten seit 20 Jahren gut und trotzen Wind und Wetter.

        Das eine Bundesstrasse auf 30 km/h beschränkt wird, ist wohl der Gipfel der Unverfrorenheit.

        Spendenaktionen sind ja gut und schön, doch ich frage mich warum lernen die Menschen nicht endlich ihren Denkapparat zu nutzen? Sicherlich muss für die dritte Welt etc. gespendet werden, aber wer denkt an die Kinder von H4 im eigenem Land? Da bekommen Eltern in Rumänien aus Deutschland Kindergeld, weil sie hier drei Tage gearbeitet haben, für Kinder die gar nicht existieren, aber in Deutschland schämen sich unsere Kinder weil die Eltern mit 45 keinen Job mehr finden…

        Ach ich könnte mich den halben Tag aufregen…
        Jetzt muss ich aber erst los und einen Hundeknochen besorgen, denn ich will Gartenplatten im Gegenzug von jemanden abholen.
        Liebe Grüsse und hab eine gute Woche ❤

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  3. Mein VW und ich sind uns treu, bis dass der TÜV und scheidet.
    Es ist ein Skandal, aus meiner Verwandtschaft waren früher so einige bei Opel beschäftigt.
    Bochum ohne Opel, kaum vorstellbar.

    LG und euch einen schönen 2. Advent,
    Anna-Lena ❤ .

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    • Traurig…
      Ich wohne ja in einer Gegend, die extra für Opelmitarbeiter gebaut wurde
      und jetzt ist natürlich die Katerstimmung ausgebrochen.
      Man weiss es seit 10 Jahren das etwas kommt, seit zwei Jahren definitiv und nun ist das Werk geschlossen. Alle kommen in diese Auffanggesellschaft für max. zwei Jahre, dann möchte ich nicht wissen wer ohne Job da steht…
      Es ist ja immer so, die Mitarbeiter stehen für die Fehlentscheidungen der Manager gerade

      Euch auch einen schönen 2. Advent ❤

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  4. Immerhin, wir haben im letzten Jahr einen Opel-Mokka gekauft.
    Jawohl, sogar in Gelsenkirchen. Denn da lebten wir noch in Westerholt, aber der Ortswechsel stand schon fest
    Es ist wirklich schlimm, wie viele stehen jetzt vor dem Ruin ihrer Lebensplanung!?!?!?

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    • Das hätte ich wiederum nicht gemacht…
      Am liebsten boykottiere ich alle Firmen die nicht in Deutschland produzieren wollen.
      Doch irgendwann wird es wohl eng
      Verkaufen wollen sie aber nicht herstellen und Steuern zahlen …

      wenn Kinder fragen ob sie bald arm sind, dann läuft in diesem Land etwas total falsch…

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    • Wir fahren schon ewig Opel, meist einen Kombi.
      Einen habe ich einen Tag vor meiner Hochzeit angedätscht… ups…

      Danke ❤ ich wünsche dir einen gut gefüllten Stiefel zum Nikolaus

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