Rauchen… COPD… eine unheilbare Krankheit… Informationen


Vorweg:
Ich möchte hier keine Raucher angreifen oder bevormunden.
Dieser Artikel gilt ganz allein als Information zum Rauchen
und soll ein ganz klein wenig aufklären 😉

Viele haben schon aufgehört zu rauchen – Glückwunsch –
und ebenso viele wollen aufhören,
glauben jedoch das nicht zu schaffen.
Das ist nicht richtig, denn wir wissen alle:
Was wir wirklich wollen, schaffen wir auch
. 😘

Es wird ein sehr langer Artikel, viel Text
das sage ich gleich.
Wer sich nicht Informieren will, geht jetzt einfach.

👍👍👍 👍👍👍 👍👍👍 👍👍👍 👍👍👍

COPD:
Der internationale Fachausdruck COPD ist eine aus dem Englischen übernommene Abkürzung für
chronic obstructive pulmonary disease
und bezeichnet eine chronisch-obstruktive Bronchitis (COB)
mit oder ohne Lungenemphysem.
Obstruktiv steht für eine Verengung der Atemwege – beide Krankheitsbilder sind nämlich dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom vor allem beim Ausatmen behindert ist.

Die Abkürzung COPD dient somit als Sammelbegriff für die beiden chronisch-obstruktiven Lungenkrankheiten
COB und Emphysem.
Rauchen ist die Hauptursache für eine COPD.
Natürlich waren/sind nicht alle Erkrankten Raucher, aber die Nichtraucher stellen nur eine minimale Gruppe dar.

Die COPD stellt eine lebensbedrohliche Lungenkrankheit da, unter der Welt weit etwa 15% der Menschheit leiden.
Und es wären ständig mehr!

Rauchen ist nicht gerade Gesundheitsfördern und der Beginn dieser Krankheit ist meist schleichend.
Mit jeder Zigarette kann die Krankheit ausbrechen.

Zu Beginn verkleben in den Bronchien, die kleinen Härchen – Flimmerhärchen genannt – (auch in der Nase zu finden)
die für den Abtransport des Schleims zuständig sind, immer weiter, bis sie den Abfluss nicht mehr schaffen.
Besonders morgens nach dem Aufstehen.
Viele räuspern sich auch erst nur, bekommen bei einer Erkältung einen Husten,
der sehr hartnäckig ist und sich Wochenlang hin ziehen kann.
Die Bronchien bzw. später Luftröhre beginnt langsam aber sicher immer enger zu werden
und der Husten setzt sich fest, der Schleim vermehrt sich, der Auswurf wird fester.
Das kann langsam beginnen, aber auch ganz schnell gehen,
nämlich wenn aus einer Erkältung eine Bronchitis wird und sich wie bei mir zu einer Exazerbation oder gar eine akute Exazerbation steigert.
Es kommt zu dem bekannten AHA Effekt: Auswurf, Husten, Atemnot, kennt aber jeder.
Wird dann kein (passendes) Antibiotikum gegeben, kann es zu spät sein!
.
Der Beginn einer COPD ist da 😦
Ja so schnell kann es gehen.
Muss nicht, aber kann!
Ein Besuch beim Lungenfacharzt steht dringend an.
Beim 1. Besuch bitte viel Zeit mitbringen.
Es müssen viele Untersuchungen durch geführt werden. Das dauert in der Regel 3-5 Stunden.
Dabei wird dann fest gestellt, wie schlimm die COPD schon ist – es gibt 5 Stufen (nach Gold = Einstufung ) –
und es wird die entsprechende Therapie verordnet und man muss spätestens jetzt sein Leben überdenken,
insbesondere das Rauchen 😉

Die Krankheit wird immer schwerer und die gesundheitlichen Einschränkungen werden immer grösser
und was auch sehr schlimm ist:
Die COPD zieht viele Krankheiten nach,
insbesondere wenn mit Kortison behandelt werden muss, denn sehr oft geht ohne Kortison gar nichts mehr.
Ich will Kortison nicht verteufeln, es ist schon eine Wunderwaffe,
aber eben nur solange man es nicht für immer neben muss.
Kurzfristig ist es oftmals ein Wundermittel.
Leider ist es eben so, dass die allermeisten COPD Erkrankte ohne Kortison nicht mehr überleben können
und so stellt sich häufig die Frage:
Leben mit Kortison oder bald Ende aus ? 😦
Es entscheiden sich ALLE für Kortison, glaubt das mal 😉
Wird dann im Laufe der Krankheit die Luft immer weniger, kann es zu einem Sauerstoff Defizit kommen,
welcher schwerwiegende Folgen hat.
Da ich nicht Angst verbreiten will, sondern nur er/aufklären will, folgendes Beispiel:

Stellt euch Strohhalme vor. Die gibt es in verschiedenen Dicken.
Steckt euch den dicksten Strohhalm den ihr habt zwischen die Lippen und atmet damit mal 5 Minuten…
Schwer oder?
Jetzt stellt euch vor, ihr müsstet immer so atmen.
Nach einer gewissen Zeit der Krankheit wird das Luft bekommen immer schlechter.
Um euch das klar zu machen wechselt ihr nun auf einen dünneren Strohhalm.
Wieder 5 Minuten so nur atmen.
Nun stellt euch vor, ihr lebt seit Jahren mit der Krankheit.
Nennt Kortison euren treuen Begleiter.
Neue Krankheiten, die mit der COPD zusammen hängen kommen hinzu.
Weit verbreitet ist das Lungenemphysem…
Es gibt viele, ich gehe nicht weiter darauf ein.
Als letztes nehmt ihr den dünnsten Strohhalm den ihr zur Verfügung habt.
Atmen, nur durch den Strohhalm, nicht den Mund öffnen, also nicht Schummeln 😉
Ganz schön anstrengend und ich wette ihr habt gesessen, nichts getan?!
Mutige fangen jetzt mal das Spielchen mit Action an.
Küche putzen, Einkaufen gehen, Treppe rauf Treppe runter oder Duschen.
Alltägliche Sachen eben.
Na – wer wagt es? Freiwillige vor.

Eure Erfahrungsberichte lese ich gerne in den Kommentaren 😉

2015-11-25-Lungenfunktions-Automat-Gruss-die3k©s

2015-11-25-Lungenfunktions-Automat-Gruss-die3k©s

Habt ihr jetzt schon einen leichten Schimmer wie schädigend das Rauchen ist?

Den gleich folgenden Bericht habe ich von Jens Lingemann übernommen,
der seit 2000 an COPD erkrankt ist und seit Jahren Sauerstoff pflichtig leben muss/kann.
Er gründete 2001 auf Grund seiner Krankheit eine Selbsthilfe Gruppe und ist darin auch heute noch aktiv – trotz schwerer Erkrankung, aber nur soweit er kann und das ist täglich anders.

Diese Schilderung hat er heute in einer Mail in seiner Mailinggruppe geschrieben,
befindet sich also nicht in dem verlinkten Text.

Ich lese täglich in dieser Gruppe und musste schwer über das ganze nachdenken.
Wie einige wissen, ist mein Mann seit 1990 an COPD erkrankt (richtig krank)
und ich selber seit 2002, nachdem mein damaliger Hausarzt nicht glauben wollte,
dass ich eine schwere Bronchitis hatte und mir kein Antibiotikum verschreiben wollte.

Wir haben früher sehr viel geraucht und ich hörte dann im Januar 1997 mit dem Rauchen auf
um meinem Mann das „Aufhören“ zu erleichtern.
Das fand er so toll, das er ein halbes Jahr später ebenfalls die Glimmstengel in die Ecke zu feuern *gg*
Wir haben nie wieder angefangen und sind heil froh darüber!

Nun aber zu der Schilderung und den Fragen von Jens Lingemann,
die ich sehr bemerkenswert finde
und ich denke, jeder Raucher sollte da einmal drüber nachdenken.

Auszug aus Mail von Jens Lingemann:

Ich habe vom 18. bis zum 36 Lebensjahr geraucht und zwar ausschließlich
während meiner Arbeitszeit. Im mittleren Durchschnitt waren das jede
Nacht (Taxibetrieb) ca. 2 Schachteln.
Ein absoluter Wahnsinn, wenn man das rückwirkend betrachtet und das
nicht nur wegen der Unsummen von Geld, die man sinnlos in die Luft
geblasen hat, sondern insbesondere wegen der selbst zugefügten
Zerstörung des Lungengewebes.

Was waren meine Gründe die mich verlasst haben das Rauchen zu beenden?
Jahrelang musste ich mittags nach jedem Aufstehen husten, es war
teilweise so schlimm, dass ich mich aufgrund des Hustens übergeben musste.
Die Vorfälle häuften sich und immer öfter war auch Blut im Sekret.

Eines Morgens im Jahr 1996 habe ich dann große Mengen Blut abgehustet.
Das war der Zeitpunkt an dem ich beschloss ab sofort dem
Zigarettenrauchen für immer zu entsagen.
Ich habe seit dem Tag nie wieder eine Zigarette geraucht.
Die erste Woche war recht unangenehm, es traten Hitzewellen,
Schlafprobleme sowie innerliche Unruhe auf.
Nach ca. 1 Woche waren diese unangenehmen Symptome vorbei.
Der Drang in Stresssituationen oder nach einem guten Essen eine Zigarette zu rauchen
blieb mir noch 3-4 Jahre erhalten, ich habe dem jedoch nie nachgegeben,
da mir absolut klar war, wenn ich auch nur eine Zigarette rauche hänge ich
schnell wieder an denselben.

Der Husten und der Auswurf wurde mit den Wochen und Monaten immer
weniger, das Abhusten von Blut kam gar nicht mehr vor.
Die Lungengewebe war zu dem Zeitpunkt nach 18 Jahren rauchen jedoch
bereits so geschädigt, dass es hier kein Zurück mehr gab.

Positiv für den weiteren Krankheitsverlauf ist jede Zigarette zu bewerten, die man nicht raucht.
Insofern ist eine Einschränkung des Nikotinkonsums NUR ein winziger Schritt in die richtige Richtung,
wirklich effektiv weiterbringen wird einen jedoch nur der totale Nikotinverzicht.

Man muss sich Dir darüber klar werden, dass jede Zigarette,
die man als Patient mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung raucht,
weiteres Lungengewebe unwiederbringlich zerstört und somit mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit
zu einer dauerhaften Verschlechterung folgender Faktoren beiträgt:

1. Lungenfunktion,
2. Blutgaswerte
3. auftreten weiterer Begleiterkrankungen
4. Leistungsvermögen
5. Mobilität
5. Lebensqualität
6. zu erwartende Restlebenszeit

Jeder der noch raucht ist gut beraten, sich all dieses einmal vor Augen
zu führen und dann nach Abwägung der beiden nachfolgend aufgeführten Fragen
eine persönliche Entscheidung über den weiteren Verlauf treffen.

1. Möchte man trotz chronisch obstruktiver Lungenerkrankung möglichst
lange und mit möglichst wenigen Einschränkungen leben?

2. Geht man das Risiko ein, dass die Erkrankung mit extrem hoher
Wahrscheinlichkeit immer schneller voranschreitet,
die Einschränkungen immer mehr zunehmen und die verbleibende Lebenszeit
sich anzunehmender Weise drastisch verkürzt.

All das schreibe ich, als jemand der es damals leider versäumt hat,
frühzeitig die richtige Entscheidung zu treffen.
Obwohl ich 4 Jahre vor meinem absoluten Zusammenbruch aufgehört hatte zu rauchen
kam der gewählte Zeitpunkt sicherlich gut 18 Jahre zu spät.

Ich wünsche Dir und allen die Anderen die noch rauchen, dass Ihr es
schnell schafft, dem Rauchen dauerhaft zu entsagen.

Es gibt wahrlich schönere Dinge im Leben als Qualm zuerst in die Lunge
zu ziehen und dann in die Luft zu blasen.

*schluck-stöhn-denk-grübel*

„So denkt doch nur ein Kranker“ … werden jetzt sicherlich einige sagen.
Ja, das stimmt.
Ich muss jedoch dazu sagen, man kann schneller erkranken als man glauben mag
und dann ist es zu spät! Für immer!
Für diese Krankheiten gibt es keine Heilung!!!
Höchsten kurzzeitig Linderung.
Das sollte jedem Raucher bewusst sein.

Denkt bei eurer nächsten Zigarette doch einfach mal über die beiden Fragen von Jens Lingemann nach
und vll. (hoffentlich) war das dann die letzte gerauchte Fluppe.
Wenn ja, dann…
werdet ihr ab sofort mehr Geld über haben… sofern ihr für jede Schachtel das Geld in ein Sparschwein steckt 😉
und ihr verzichtet für eure Gesundheit, euer Leben, denn es gibt für jeden nur ein Leben.
Mal lang, mal kurz, mal halbwegs gesund, mal schwer erkrankt.
Ihr habt gegen COPD meistens selber die Wahl 😉

Na, ist das ein Anreiz?

Advertisements

14 Kommentare zu “Rauchen… COPD… eine unheilbare Krankheit… Informationen

  1. Ein toller Bericht, liebe 3k! Ich versuche es schon seit einiger Zeit. Leider habe ich es noch nicht komplett geschafft. So 5-8 Fluppen rauche ich immer noch. Den Rest werde ich bald auch noch schaffen!

    Herzliche Grüße 🙂

    Gefällt mir

  2. Ich hab den Artikel noch nnicht ganz gelesen, mach ich aber noch. Wir haben es vor gut 11 Jahren geschafft, gemeinsam, von 30 Jahren lang jeder 30 Zigaretten pro Tag von einem auf den anderen Tag auf Null. Und ich bin tausenprozentig sicher das wir nicht wieder anfangen. Ich sehe es an meiner Kollegin im Büro, COPD Stufe 3, sie sitzt mit einem Sauerstoffgerät den ganzen Tag im Büro.
    Lieben Gruß von
    Deiner Sister D.

    Gefällt mir

    • Glückwunsch. Ich bin mir für uns auch so sicher 🙂

      Deine Kollegin sitzt mit Sauerstoff dir gegenüber?
      Warum geht sie nicht in Rente.
      Mit Sauerstoff muss niemand mehr arbeiten.
      Das macht sie also freiwillig.
      Warum? Weisst du das?

      Liebe Grüsse ♥

      Gefällt mir

      • Klar weiß ich das, weil sie dann zuwenig Geld bekommt laut ihrer Aussage. Ihr Mann arbeitet nicht und bekommt auch nichts vom Staat, sie ist also Alleinverdiener, und sie sagt, daß sie soviel weniger als jetzt bekommt das das nicht geht.

        Gefällt mir

      • Möglich wäre es denn die Früh- bzw. EU Renten sind ja nicht besonders hoch.
        Allerdings geht es ja nach Verdienst und Dienstjahren und da dürfte sie nicht gerade ein Mini Frisösengehalt haben.
        Wenn der Mann nicht arbeitet 😉 ist das natürlich blöd…
        Wenn er nicht krank ist, würde ich ihm Beine machen.
        Um es genau zu sagen, empfinde ich das als unverschämt.
        Einen Vollzeitjob als Sauerstoffpatient ist nicht leicht zu wuppen das sollte dem Mann auch bewusst sein.
        Frau hat nur ein Leben 😉

        Gefällt mir

  3. Liebe 3kas,
    hoffe, dass sich viele deinen Beitrag in Ruhe durchlesen. Es ist schön, dass ihr es geschafft habt. Ich bin auch Nichtraucher. Ich habe früher aus Jux mitgeraucht. Aber sehr wenig, mir haben die Zigaretten nichts gegeben und von einem zum anderen Tag aufgehört, als ich eine chronische Bronchitis hatte. Ich hatte nie wieder das Bedürfnis zu rauchen. Wie gesagt, ich war nur so ein Mitraucher.
    ❤ liche Grüße und einen gesunden Schlag. Piri

    Gefällt mir

    • Ich danke dir ❤

      Das ist gut, denn als ich jung war und Raucher, wollte ich diese Warnungen natürlich nicht wissen oder glauben.
      Allerdings hat nie jemand mit mir so Tacheless gesprochen wie ich es heute in meinem Beitrag getan habe.
      Die Gefahren des Rauchen`s waren einfach nicht so gegeben.
      Früher hat man dem Tabak auch nicht alles mögliche beigemischt.

      Auf jeden Fall ist es heute besser nicht zu rauchen.
      Es schadet der Gesundheit und dem Geldbeutel empfindlich.
      Nur muss das erst mal in den Kopf, sonst funktioniert das nicht.

      Ich wünsche dir auch eine gute Nacht, schlaf schön ❤

      Gefällt mir

      • Wieder hat mir der Fehlerteufel einen Streich gespielt. 😦 Ich wollte dir einen gesunden Schlaf und nicht Schlag wünschen. Ich sehe die Schreibfehler einfach nicht. Durch das schnelle Schreiben verrutschen die Finger oft mal. Sorry!!
        Mein Mann kann mit dem Rauchen einfach nicht aufhören. Er schafft es nicht und hat auch COPD, aber noch in leichterer Form. Darüber haben wir eben noch mit dem Arzt (Vertretung unserer Hausärztin ) gesprochen. Er muss auch jeden Tag mit einer Spiriva-Kapsel inhalieren.
        ❤ liche Grüße Piri

        Gefällt mir

      • Ich war versucht es zu ändern, hab es dann aber doch gelassen.
        Auf alle Fälle wusste ich was gemeint war.
        Meine Tastatur will oft nicht die Gross-Schreibung annehmen und so ist dann häufig mal etwas klein geschrieben.

        Spiriva haben wir auch vor Jahren genommen. Ich nehme verschiedene Sprays und mein Mann auch.
        Zudem nehmen wir jetzt „Daxas“, damit sollen Exazerbationen verhindert werden und bei der Erkältung im Oktober hat das auch geklappt.
        Wobei eine Erkältung ja immer mit Wochenlangem Husten anhält.
        Der ist jetzt fast am Ende.
        Nächste Woche ist der quartalsmässige Besuch beim Lungenfacharzt. Ich bin gespannt…
        heute war ich zum Hausarzt.
        Diabeteswerte abholen. Genau die selben Werte wie letztes Quartal. Wir waren beide total überrascht.
        Und das wo ich halbwegs normal gegessen habe um mein Gewicht zu stabilisieren.
        Hat ast rein geklappt.

        Liebe Grüsse ❤

        Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.