141/366 Familie – Freunde 20. Mai


Ich habe mal nachgedacht…

Familie bedeutet alle sind Bluts verwandt
und der an geheiratete Teil hat auch seine Bluts verwandte Familie,
die mit der Heirat zu einem ganzen zusammen schmolz…. Im Glücksfall 😉

Die Familien hielten früher zusammen wie Pech und Schwefel.
Da alle relativ „arm“ waren, musste man schon zusammen halten,
denn ohne einen der anderen ging es selten.
Der eine hatte Kartoffeln, der andere das Korn, und damit Mehl.
Konnte Brot backen, Nudeln herstellen und noch etliches mehr.
Der nächste hatte Obst und Gemüse im Garten und wieder ein weitere ein Schwein oder Kuh im Stall.
Alle zusammen hatten somit ausgesorgt.

Das werden alle Menschen die vor 1989 im Osten der Republik gelebt haben
und dort aufgewachsen sind, bestätigen können.
Eine Tausch-Republik bzw. Familie also.

Mit der Arbeit und dem Wirtschaftswunder kam dann auch der Wohlstand.
Zu dem „Reichtum“ kam dann auch schnell der Neid
denn nicht hatten hatten ein sehr gutes Einkommen
und damit ging der Zusammenhalt in den Familien auseinander.
Oft auch durch Heirat, weil die an geheiratete Person ganz anders war als erwartet.

Meine Oma sagte immer „Blut ist dicker als Wasser
was soviel bedeutete: Familie hält zusammen!

Sind diese Zeiten vorbei?
Geht es uns zu gut?

Gerade an Feiertagen ist dieser heutige „Zusammenhalt“ zusehen…
Müssen wir da wirklich hin… ich will nicht mit… kurz hin muss sein, also schnell wieder weg…nein ich gehe nicht hin…???
Nichts mehr da… von wegen Zusammenhalt.

Beileibe nicht in allen Familien, aber wie ich immer wieder erfahre
doch in recht vielen.
Lebte früher die Stammfamilie, also der älteste mit seiner Frau im seinem Elternhaus
mit seinen Eltern und jüngeren Geschwistern weiter zusammen
bis diese auch heirateten und weg zogen,
zieht heute jeder gleich für sich.
Oft wohnte sogar noch ein Geschwisterteil der „Alten“ mit in dem Haushalt,
weil unverheiratet oder verwitwet.
Wir hatten so eine „Tante“ Anna. Die Schwester meines Opas.

Ich zog sogar mit 18 Jahren ganz für mich alleine.
Mein jüngster Bruder war später mehr bei seiner Freundin als zu hause.
Nur mein ältester Bruder blieb bis zum letzten Tag bei meinen Eltern wohnen.

So kocht jeder sein eigenes Süppchen.
Ganz viele Menschen leben mittlerweile allein,
haben quasi gar keinen Menschen aus der Familie mehr.

Zum Glück gibt es noch intakte Familien, wo man vieles zusammen macht,
sich freut den anderen zu sehen und gemeinsam feiert
und da ist wenn jemand gebraucht wird.

Ein weiterer Gedanke kam mir dann zu „Freunden“…
Ist es da nicht heute genauso?
Feierten wir unsere grüne Hochzeit damals mit knapp 60 „Mann“
war es 25 Jahre später „nur“ noch 20 Gäste.

Unsere Krankheiten haben sicherlich den einen oder anderen von Dannen ziehen lassen.
Auch sind einige ganz liebe Familienmitglieder und Freunde in den Jahren verstorben…leider

Es liegt auch an mir selber…
Ich bin einfach kein Herdentier… Dr. Vielguut auch nicht…

Nun lebe ich ja in einer Siedlung wo nur wenige „Deutsche“ wohnen.
Rings um uns herum wohnen ganz viele „Ausländische Mitbürger“…
grösstenteils seit 25-35 Jahren hier lebend.
Auch ein paar türkische Familien. Moslem und und nicht moslemisch.
Da ist ein ganz anderer Zusammenhalt. Da werden die Wochenenden,
und zwar jedes, zusammen verbracht.
Da hütet einer die Kinder des anderen, jeder hilft jedem…

Meine Freundin ist Kroatin. Da ist es sogar unter der Nachbarschaft genau so.
Zusammenhalt pur.
Einige der Frauen kochen einen riesigen Topf Essen und alle die nicht gekocht haben,
aus welchem Grund auch immer, essen mit.
Die Männer helfen sich unter einander. Jeder macht was er kann.
Das Leben besteht aus arbeiten gehen und leben… nicht Trübsal blasen…

Der Freund meines Mannes ist Grieche.
Auch da sehen sich die hier lebenden Familien-Mitglieder regelmässig und zwar gerne.
Da wird regelmässig zusammen gekocht, gegessen, gefeiert.
Von wegen kein Zusammenhalt, alles im grünen Bereich.

Ist das etwa ein deutsches Problem?
Wie erlebt ihr das? Ist Blut noch dicker als Wasser ?

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4 Kommentare zu “141/366 Familie – Freunde 20. Mai

  1. Tja, ich glaube, es kommt auch darauf an, wieviel Bindung man in der Kindheit zur Verwandschaft aufbauen konnte und was man vorgelebt bekommt … als Kind wird man halt geprägt.

    Ich zum Beispiel bin als Kind bei meiner Großmutter aufgewachsen. Ich habe dort gelebt, weil meine Eltern beide berufstätig waren, bis ich mit 15 dann zu meinen Eltern zog, als man mich regelmäßig allein lassen konnte.

    Ich habe so zu meinen Eltern als Kind nie eine richtige Bindung aufbauen können, denn sie waren schlicht und ergreifend nicht wirklich für mich da … das war meine Oma.

    Und so war es für mich gar keine Frage, dass ich mich im Erwachsenenalter viel um meine Oma gekümmert habe, als sie älter und gebrechlicher wurde. Ich war so gut wie jeden Tag nach der Arbeit dort und habe dort geputzt oder andere Dinge erledigt, die meine Mutter wiederum aufgrund ihrer damaligen Arbeitszeiten nicht hätte machen können.

    Zu meiner Oma hatte ich eine richtige Bindung und als sie verstarb (mein Vater verstarb schon früher), verblieben aus unserer Familie nur noch meine Mama und ich. Meine Mama und ich konnten aber nie eine wirkliche Verbindung aufbauen, da ich nicht bei ihr aufgewachsen war und sie viel zu wenig in meinem Leben hatte, als das in anderen Familien der Fall war. Wir waren auch total unterschiedliche Menschen, die sich für die unterschiedlichsten Dinge interessieren. So haben meine Mama und ich zwar regelmäßig mal telefoniert, aber dazwischen lagen oftmals Wochen, weil wir einfach nicht wussten, was wir uns gegenseitig erzählen sollen … klingt bitter … war aber leider so.

    Dafür waren dann die letzten 8 Wochen, die wir durch ihre Krankheit natürlich sehr intensiv verbracht haben, irgendwo etwas schönes für mich. Eine Zeit, in der man sich näher kennenlernt, als die ganzen Jahre vorher.

    Auch heute kommen Kinder aufgrund der Arbeitssituation ihrer Eltern immer mehr zu kurz, als das da richtige Bindungen entstehen könnten, die dann auch halten und man Familie richtig zu schätzen weiß.

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    • Bei mir ist es ähnlich, nur habe ich durch einen Streit als mein Opa starb 😉 Abstand von den Tanten, Onkels und Cousin/e genommen und nie wieder aufgenommen. Abgesehen auf unserer Hochzeit, wo mein Mann unbedingt Tanten und Onkels kennen lernen wollte.
      Meine Mutter war auch arbeiten und mein Vater in einer anderen Stadt arbeiten. Meine Mutter zog erst zu ihm als das Haus fertig umgebaut war…Zudem ist sie das Gegenteil von mir und wir kommen uns einfach nicht näher…
      Ich denke immer zur Familie gehören zwei Seiten, ich und die anderen. Wenn die sich bei mir nie melden, warum soll ich mich da melden?
      Sture Westfalen *lol*

      Aber ich finde es schön das du mit deiner Mutter im Reinen zuletzt warst, denn das würde immer irgendwie als Schatten bleiben. Schade das es gekommen ist wie es gekommen ist, aber von manchen kann man sich gar nicht verabschieden…Haben wir gerade mit einem Freund…
      Alles hat zwei Seiten.
      Alles Liebe kkk

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  2. Ich bin auch für einen harmonischen Zusammenhalt in der Familie. Früher haben meist drei Generationen in einem Haus zusammen gewohnt, eine Wohngemeinschaft gebildet, sich gegenseitig geholfen und unterstützt. Das findest du heute kaum noch. In den kleinen Wohnungen, die man heute zur Verfügung hat, ist kaum Platz für die eigene Familie, da werden dann die Eltern und Großeltern kaum ihren Lebensabend verbringen könnnen. Heute ziehen die Kinder in andere Städte, dahin wo sie Arbeit finden. Die ganze Lebenssituation und -weise hat sich total verändert.
    Bei mir persönlich kommt noch hinzu, dass ich kaum noch Verwandtschaft habe. Ich habe noch einen Cousin mit Familie, der aber auch woanders wohnt. Mein Mann hat noch einen Neffen mit Familie, der aber auch nicht in Rostock lebt. Wir haben nur unseren Sohn und die Enkelkinder mit Familie unseres verstorbenen Sohnes und die leben auch nicht hier. Arbeitsbedingt sind sie alle weggezogen. Eine ganz enge und liebe Verbindung haben wir mit unserer Ex-Schwiegertochter und deren Mann, die in Rostock wohnen. Sie kümmern sich rührend um uns und wir verbringen fast alle Fest-und Feiertage miteinander und sie haben immer Verständnis für unsere Probleme und helfen wo sie können. Einen guten Zusammenhalt habe ich mit meinen Freundinnen und wir sind auch immer füreinander da.
    Ich habe noch einen Spruch für dich: „Freunde sind Gottes Entschuldigung für die Verwandten!“
    Ich schicke dir ❤ liche Grüße und wünsche dir ein schönes und sonniges Wochenende. Piri

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    • Maiglöckchen, wie schön. Ich danke dir.
      Das hört sich doch gut an…
      Danke für den Spruch.
      Ich kenne ihn abgewandelt in „Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht“ 😉
      Ist was wahres dran.
      Uns ist schon wieder ein guter Freund weg gestorben.
      Er hat viel geholfen und auch früher im Betrieb ausgeholfen.
      Ein ganz feiner Mensch… ich kann es noch gar nicht glauben…
      Oft sind es ja Menschen die Hilfe anbieten, von denen man es gar nicht erwartet
      und von denen man es eigentlich gedacht hat, kommt „keine Zeit“
      Man muss es nehmen wie es ist…
      und Menschen nehmen wie sie sind, denn sie ändern sich nicht, zumindest nicht der Charakter.
      Ich bin eigentlich so eingestellt, ich helfe dir und du hilfst mir.So habe ich es gelernt…

      Einige Menschen sind sehr herzlich, andere wiederum eher kühl…
      jeder fühlt sich von einigen Menschen angezogen und andere stossen eher ab.
      Das ist so und wohl auch gut so.
      Gleich und gleich gesellt sich nun mal gerne.
      Ich habe in jungen Jahren gelernt,
      man teilt eine Zeit lang einen Weg und dann gabelt er sich.
      wäre es nicht so, würden wir uns nicht weiter entwickeln…
      Nur der Tod ist meistens grausam, aber wem erzähle ich das ♥

      Ich grüsse dich ganz lieb, hab einen netten Abend und eine gute Nacht ♥
      Danke für deinen Kommentar

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