337/366 Trauergedanken … 2. Dezember


Eigentlich……hätte heute unsere liebe Renate ihren Geburtstag.
Stattdessen wurde sie Anfang der Woche beerdigt… 😦
Ich kann es noch gar nicht fassen…

Vor 3 Wochen hätte ein Freund des Hauses Geburtstag gehabt,
statt dessen starb er im März in jungen Jahren.
Hinterliess eine junge Frau mit zwei ganz kleinen Kindern.

Meine Internet Freundin Edith ging Ende Oktober…
Immer noch nicht beerdigt, weil keiner für die Kosten aufkommen kann/will.

Der Mann meiner längsten und liebsten Blogfreundin verliess im Monat Oktober unsere schöne Erde.

Den Monat davor verlor meine Freundin ihren Bruder
und wenn ich jetzt alle Monate des Jahres durch gehen würde,
käme noch der ein oder andere Trauerfall hinzu.

Wie komme ich zu diesen düsteren Gedanken?
Einer Bekannten wurde COPD diagnostiziert, mit der Arztaussage: „Sie haben noch ca 5 Jahre zu leben“!
Seitdem kann diese Bekannte keinen klaren Gedanken mehr fassen
und ich hatte die letzten Tage genug damit zu tun, ihr klar zu machen,
„Kein Mensch weiss wie lange wir noch hier auf Erden weilen“.
50 Jahre, 5 Jahre, 5 Monate, 5 Wochen, 5 Tage, 5 Stunden… 5 Minuten…

Wie oft hat man mir das schon prophezeit…
Einmal wurde mein Mann nachts um 3 Uhr zu mir ins Krankenhaus bestellt.
Er möge sich von mir verabschieden…
27 Jahre her…

Ich denke im Moment wirklich täglich an all diese Verstorbenen
und mir fiel so mancher unserer Freunde ein,
welche schon vor vielen Jahren von uns gingen.

Kurz nach unserer Hochzeit (1989) starb einer unserer Trauzeugen an Speiseröhrenkrebs.
Eine wirklich fiese Art… ok… Krebs ist immer fies.

Jahre drauf kam ein Freund bei einem Unfall ums Leben, an einer Stelle,
wo er selbst tragischer Weise eine Frau überfahren hat.

Mein Schwiegervater rief an:
„Ich gehe für 3 Tage in die Klinik“ und kam nach einer doch viel grösseren OP als gedacht nicht wieder…

Meine Schwiegermutter lag zum Schluss bestimmt 10 Tage in einer Art Koma.
Sie durchlebte ihr Leben noch einmal, sagte ihre Schwester, die täglich an ihrem Bett sass.

Mein Cousin erlag vor wenigen Jahren einen Sekundentod.
Zack und weg. 6 Wochen jünger als ich.

Der Trauermonat November hat dieses Jahr mit voller Härte zugeschlagen,
zumindest empfinde ich es momentan so.
Dabei ist in unmittelbarer Nähe zum Glück nichts in der Art passiert.

Da ich meine „Glückpillen“ vor Wochen abgesetzt habe,
(Antidepressiva und Schmerzmittel für die Fibromyalgie)
kommt da schon der ein oder andere dunkle Gedanke auf.
Es wird einem ganz krass bewusst, das jeder Zeit alles zu Ende sein kann.

Wusstet ihr das Trauer in vier Phasen aufgeteilt wird?
Zuerst kommt quasi der Schockzustand.
Mann/Frau ist fassungslos über eine Todesnachricht.
Selbst wenn man weiss, der Tod kommt in absehbarer Zeit, so ist es dann doch grausam.
Der Tod trifft mit voller Härte auf einen ein und kann den Trauernden Tage oder Wochenlang lähmen.

Phase zwei tritt oft nach der Beerdigung ein.
Es kehrt Ruhe ein, die Laufereien sind beendet.
In immer wieder kleinen Situationen des Alltags fühlt sich der Trauernde nun an den Verstorbenen erinnert
und muss sich immer wieder bewusst machen, dass es diese schmerzlich vermisste Person nicht mehr gibt.
Diese Phase kann Wochen, Monate dauern.
Für etwa 10% der Trauernden kann dieser Prozess sogar Jahre anhalten.
Nicht falsch verstehen, jeder trauert anders und jeder braucht dafür eine verschieden lange Zeit
und das ist auch jedem selbst überlassen.
Nur … wird man mit der ganzen Situation nicht fertig, muss Hilfe eingeholt werden!

Phase drei kann oftmals unbemerkt eintreten.
Der Trauernde zeigt wieder Anteil am Leben und der Verstorbene dominiert den Alltag nicht mehr so stark.
Wichtig ist allein, dass die Hinterbliebenen den Blick dabei nach innen richten,
den Verlust akzeptieren, ihre Beziehung zum Verstorbenen verändern
und dadurch wieder nach vorne schauen können.
Eine Art Abnabelung.

Besonders gut gelingt das Menschen, die über genügend „Resilienz“ verfügen.

Laut Duden: Resilienz
Substantiv, feminin – psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen

So bezeichnet man die seelische Widerstandskraft, die selbst in schwierigen Situationen Halt gibt.
Das Wort ist aus dem lateinischen „resilire“ für „zurück federn“ abgeleitet.
Resiliente Menschen können sich neuen Umständen besser bzw. gut anpassen.

Das ist auch schon Phase vier.
Das Leben nimmt wieder Form an und der Trauernde öffnet sich wieder.
Nimmt langsam am Leben anderer wieder teil. Erwacht für seine Umwelt und wird wieder aktiv.
Nicht das der Verstorbene jetzt vernachlässigt wird. Nein, aber wie man so schön sagt:
„Das Leben geht weiter.“

Den Spruch: „Die Zeit heilt alle Wunden“ halte ich persönlich nicht wirklich für passend.
Ich habe meine Söhne vor knapp 30 Jahren verloren und jedes Jahr an den Todestagen
ist das ganze Elend wieder präsent.
Ich denke jede Mutter, die ihr Kind oder Kinder verloren hat, kann verstehen,
was ich damit sagen will.

Scheiss was auf die Zeit… in 50 Jahren ist der Todestag genauso schlimm wie vor 30 Jahren.

Ich bin wirklich ein Mensch, der schnell vergisst was gewesen ist,
negatives … gut… wie positives….leider.
Mein Mann sagt oft: „Weisst du das denn nicht mehr“?
Nein… ist weg.
Ich lasse gerne gewesenes hinter mich, gucke nach vorne.
Diese Zeiten werde ich mein Leben lang nicht bzw.nie vergessen!!!
Aber die Erinnerungen an diese schlimmen Zeiten verblasen…

Und diese ganzen lieben Freunde fehlen mir.
Ich kann es nicht leiden, wenn sich mir liebe Menschen aus meinem Leben verabschieden.
Warum auch immer, nicht nur im Tode.
Der Tod ist nur endgültig, Ende aus. Nichts mehr…
Was hätte man doch noch schönes erleben können, wichtiges besprechen wollen…

Liebe Blogfreunde/Leser, sagt euren Lieben heute das ihr an sie denkt,
sie lieb habt … was weiss ich…
morgen kann es zu spät sein…

Das musst eich mir jetzt mal von der Seele schreiben…

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2 Kommentare zu “337/366 Trauergedanken … 2. Dezember

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