Medikamentenzuzahlungen… iGel-Leistungen…


Müsst ihr auch immer mehr Zuzahlungen für eure Medikamente und Hilfsmittel leisten?

Gab es vor sechs Jahren noch 7.116 Arzneimittel,
die ohne Mehrkosten für Patienten verschrieben werden konnten,
waren es 2016 nur noch 3.646.

Insgesamt leisteten wir Patienten im Jahr 2016 gut 2,143 Milliarden Euro an Zuzahlungen!

Ganz schön heftig, oder?

Ich muss auch leider bestätigen, ich zahle inzwischen immer mehr zu.
Sei es für Augentropfen, oder Salben für die Haut, Schmerz-Salben für meine Schultern und Armgelenke um nur einige zu nehmen.

Meine neuen Gläser für meine Gleitsicht-Brille durfte ich im Februar komplett selber zahlen
und meine neue Brücke für den abgebrochenen Zahn im letzten Herbst war auch 50% teurer als die normale Bezuschussung des Regelsatz.

Letzte Woche habe ich mir ein Rezept von meinem Lungenfacharzt ausstellen lassen für ein Mittel das mich bei Atemnot leichter Luft bekommen lässt.
Sagt doch die nette Dame in der Apotheke zu mir: „Frau kkk, das macht 73,-€ Zuzahlung und selbst bei einem re-Import immer noch 68,-€!“
Ich wusste, dass das Medikament schon mal mit einer Zuzahlung belegt war, dann wieder frei war. Inzwischen wieder aufgehoben war, heftige Zuzahlung… kann sich doch kein Mensch mehr leisten. Einmalig vll., aber doch nicht regelmässig.
Ich habe zwar das Ersatz-Spray dafür im Hause, doch ist die Konzentration nur halb so hoch und mit einem weiterem Mittel angereichert.

Inzwischen muss ich jedes Quartal in der Apotheke unterschreiben, wie viel Spritzennadeln ich für meinen Insulin-Pen im Quartal (100) benötige. In der Regel pro Tag eine, aber geht der Pen zur Neige, braucht man schon mal zwei Nadeln, eine für den neuen Pen, weil in dem alten Pen nicht mehr genug Einheiten sind. Ich benutze keine Nadel zwei mal, aus Prinzip nicht.

Will ich Medikamente, die ich täglich nehmen muss, auf Vorrat verschrieben bekommen, heisst es: Sie haben im letzten Quartal so-und-so-viel verschrieben bekommen, bei eine am Tag, müssten Sie noch 50 Stück haben…Gucken Sie mal…

Meine Schuheinlagen bzw. Einbauten werden von Jahr zu Jahr minderwertiger gefertigt und es gibt nur noch zwei Paar Einlagen pro Jahr… statt wie früher im Quartal…

Ganz zu schweigen von den NEM`s (Nahrungsergänzungsmittel) die ich seit zwei Jahren nehme.
Vitamin D3 wird allerhöchsten bei einem Wert unter 11 verschrieben… Mein Wert muss viel höher liegen, sonst bekomme ich die Finger meiner Hände nicht zur Faust, was sehr schmerzt. Und auch nur im Winter… Vitamin C kaufe ich als Pulver inzwischen im Supermarkt. Genauso wie Eisen, Omega3 Kapseln, Magnesium oder Vitamin B12. Einiges wie Chrom, Zink, L-Arginin und eben Vitamin D3 bestelle ich inzwischen im Internet… auf eigene Kosten versteht sich.

Die Osteoporose Messungen beim Rheuma-Doc sind iGel-Leistungen…

Professionelle Zahnreinigungen müssen ebenfalls aus eigener Tasche bezahlt werden,
mindestens 2 mal im Jahr um Parodontitis zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen.

Der Besuch bei der Podologin schlägt auch alle 4-6 Wochen mit ca 25-30€ zu Buche.
Mit diabetischem Fuss auch gerne auf Rezept! Was eine Freude.

Meine Mama hat als ganz schwer einstellbare Diabetikern grosse Schwierigkeiten mit ihren Augen
und muss regelmässig in eine grosse Augenklinik um das Ablösen der Netzhaut mit Läser-Therapien zu verhindern.
Das ist zwar kostenlos, doch der Weg dort hin, jedes Mal einfacher Weg ca 120 km muss sie aus eigener Tasche bezahlen. Dazu müssen Farbuntersuchen und weitere Untersuchungen gemacht werden,
wo die Klinik ihr jedes Mal 90-120,-€ aus der Tasche leiert.

Ein Glaukom, auch „Grüner Star“ genannt, ist weltweit die zweit häufigste Ursache für eine Erblindung. Bleibt die Krankheit unentdeckt, kann der Sehnerv irreversibel geschädigt werden.
Eine Überprüfung des Augeninnendrucks, Indikator für einen Grünen Star, bieten Augenärzte für 10 bis 25,- € an… Gut, die bekommen wir als Diabetikerin noch bezahlt…

Die Augentropfen bekommt meine Mama nur als Namen mit auf den nächsten Terminzettel gekritzelt. Macht in der Apotheke 12,€…

Es werden auch immer mehr iGel-Leistungen angeboten.

Dazu ganz klar: Für den Arzt sind sie lukrativ, für Patienten teuer !

Was die Gesundheits-Kassen nicht bezahlen, muss auch nicht unbedingt sein.
Das war bislang immer meine Meinung…
Inzwischen muss ich da echt noch mal drüber nachdenken….
Es wird einfach immer mehr gestrichen…

Die Bilanz der iGel-Leistungen ist ernüchternd:
37 IGeL`s wurden bis jetzt bewertet – vom Ultraschall der Eierstöcke bis zur Magnetfeldtherapie oder der Eigenblutbehandlung.
Bei 16 davon fällt das Ergebnis negativ aus! Der Schaden überwiegt deutlich oder geringfügig den Nutzen.
Bei 13 ist der Nutzen unklar,
nur vier haben einen geringfügigen Nutzen.
Der Medizinische Dienst warnt inzwischen sogar:
Die meisten dieser Selbst-Zahler-Leistungen haben keinen nachweisbaren Nutzen oder schaden gar!!!

Welche Erfahrungen macht ihr so in letzter Zeit beim Arzt bzw. Apotheker?
Müsst ihr auch immer mehr zu zahlen?

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7 Kommentare zu “Medikamentenzuzahlungen… iGel-Leistungen…

  1. Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Aber nicht nur die Medikamentenzuzahlung hat sich erhöht. Medikamente sind natürlich wichtig, um Schmerzen zu lindern und oft auch erträglicher zu machen. Das man da den Patienten so abzockt, finde ich absolut nicht sozial. Aber vom Sozialstaat kann man ja schon lange nicht mehr reden. Die Abzocke finden doch in allen Lebensbereichen statt. Ich habe heute so einen Beitrag über den neuen 50-€-Schein gelesen, der mir sehr gefallen hat. Da hat der Schreiber berichtet, dass er weder den alten noch den neuen Schein mag. Sie sind ohne Seele. Er sei mit der D-Mark aufgewachsen und da konnte man noch mit 50 Mark eine Woche leben usw. Heute mit 50 € kann man nicht überleben. Das sagt doch schon alles.
    Wünsche dir einen schönen Abend.
    <3-lichst Piri

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  2. Sorry,
    aber das ist ein Beitrag, den ich beim besten Willen nicht mit „gefällt mir“ kennzeichnen möchte!
    Die Kosten werden total entspannt auf die einzelnen Patienten abgewälzt, getreu dem ururalten Motto „Reiche leben länger“.
    Du siehst, mich macht das Thema nur noch zornig….
    Liebe Grüße
    moni

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  3. Tja, Krankheiten sollte man sich tunlichst nicht anschaffen … sonst wird es teuer. 😦
    Toi, toi, toi … ich muss nur ein Medikament dauerhaft gegen Bluthochdruck nehmen und zahle dann alle 2 Monate 10 EUR dazu. Ansonsten ist es meine Brille, die mir Tränen in die Augen treibt, wenn ich eine neue brauche, wobei ich Glück habe, dass mein Arbeitgeber, Dank Bildschirmarbeitsplatz, etwas dazu geben muss. Ich kann mich noch daran erinnern, dass die Krankenkassen mal eine Zuzahlung geleistet haben … wurde auch abgeschafft. Sonst zahle ich halt immer nur beim Frauenarzt einmal im Jahr das Schallen der Eierstöcke selbst. Meine Zahnzusatzversicherung kostet mich im Monat auch Geld, aber ich zahle sie lieber monatlich für den Fall der Fälle, denn Zahnersatz ist sauteuer. Zahnreinigungen übernimmt sie Gott sei Dank auch, wobei ich hier nicht oft hin muss.

    LG Frauke

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  4. Normale Medis wie Betablocker, Blutdrucktabletten, und sowas wird ja verschrieben, da zahle ich die normal Rezeptgebühr, Sachen wie Augentropfen, Salben kauf ich in der Internetapotheke, einfach weils sehr viel günstiger ist. Teststreifen, Nadeln und Sensoren bekommt Jürgen verschrieben, muss auch nichts unterschreiben wieviel er da benötigt, da auch nur die normale Rezeptgebühr, so eine ganz bestimmte Augenuntersuchung haben wir aufgrund der Diabetes, vor ein paar Monaten gezahlt, einmal 95 und einmal 20 Euro. Mein Arzt oder auch meine Ärzte haben noch nie zu mir/uns gesagt, sie müssten aber noch soundsoviel Tabletten haben, wenn ich ein Rezept brauche, bekomme ich es auch. Die haben gar nicht die Zeit, nachzurechnen ob ich noch Tabletten haben müsste. Ansonsten, meine Nahrungsergänzungsmittel ( MSM Kapseln) bestelle ich auch im Internet, und daß die Apotheken immer weniger zu tun haben, ist doch klar, keiner hat einen Esel im Keller der Geld sch… kann und jeder der ein bißchen Verstand hat, spart und bestellt deshalb online.
    Liebe Grüße, ich drück dich mal
    Doro

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  5. Ja, Sie haben absolut recht. Leider.
    Grundsätzlich wusste ich zwar um die meisten dieser Dinge; aber sie jetzt mal alle an einem Ort aufgelistet zu sehen, ist schon schockierend.

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  6. Bei uns hat sich folgendes geändert: Bei Generika muss der Patient 10%, bei Originalmedikamenten 20% selber bezahlen. Es werden auch immer mehr Medikamente aus dem Leistungskatalog gestrichen. Oft ist der Wirkstoff eines „neuen“ Präparats nicht neu, wohl aber der Name. Und damit steigt dann auch der Preis. Es ist leider seit Jahren ein Dauerthema bei uns. Aber man kann kaum etwas dagegen tun (ausser sich darüber ärgern). Liebe Grüsse, Silvia

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